Fördern, um auf die Zunkunft vorzubereiten

Finki-Gruppe

Sprache dient dem sozialen Miteinander, der Vertretung eigener Interessen, der Lösung von Konflikten und der Entwicklung von neuen Ideen. Sprache gibt uns unsere Identität.

Die Entwicklung und Förderung des Sprechens ist in der Villa Regenbogen ein besonderer Schwerpunkt bei der konzeptionellen Arbeit. Wir bieten den Kindern viele Aktionen, um das Sprechen zu üben: im Gesprächskreis, bei Bilderbuchbetrachtungen, mit Sprechreimen und Bewegungsliedern und regelmäßig auch bei Theater- und Rollenspielen.

 

Darüber hinaus bieten wir in der sogenannten "Finki-Gruppe" gezielte und individuelle Sprachförderung für einzelne Kinder an. Über einen Zeitraum von einigen Monaten trifft sich eine kleine Gruppe von Kindern mit der Handpuppe Finki und einer Erzieherin der Villa Regenbogen. Finki ist die Identifikationsfigur der Kinder. Über spezielle Fingerspiele, Lieder, Bastelangebote, Klang- und Stimmexperimente, sowie Hörübungen soll mit allen Sinnen Sprache erlebt und begriffen werden.

 

Bei dieser ganzheitlichen Sprachförderung im Elementarbereich, die sich an Inhalten der Lebenswelt der Kinder orientiert, werden die Kinder im Aufbau und der Erweiterung ihrer Sprachkenntnisse unterstützt. Dabei steht das einzelne Kind mit seinen Interessen, seinen Erlebnissen und seinen unterschiedlichen Entwicklungsmöglichkeiten im Mittelpunkt.


Bilingualität

In Zeiten von Globalisierung und multikultureller Gesellschaft steht die Verständigung mit anderen Menschen im Vordergrund. Es wird zunehmend wichtiger, mehrere Sprachen zu beherrschen. Sprache ist nicht nur das gesprochene Wort und dessen Bedeutung, sondern auch Ausdruck von Kultur und Identität. Deshalb ist Verständigung auch eine wichtige Voraussetzung für Toleranz und Frieden.

Die Kinder der Villa Regenbogen werden nach dem „Immersionsmodell“ an die englische Sprache herangeführt (Immersion = „ Sprachbad“).

Dabei wird verfahren nach dem Konzept: eine Person, eine Sprache. Das bedeutet, dass eine Kollegin in jeder Kindergartengruppe und in der Krabbelgruppe ausschließlich Englisch spricht - auch mit den Kolleginnen in der Einrichtung. Das „Sprachbad“ bezieht sich auf den gesamten Ablauf im Krippen- und Kindergartenalltag, bezieht dabei auch Lieder, Fingerspiele, Bilderbücher und Geschichten mit ein. Wir sehen bewusst von Lernprogrammen oder Unterrichtseinheiten ab. Die Kinder entscheiden selbst, wie viel Kontakt sie zur Zweitsprache aufnehmen.

 

Zentraler Punkt der Sprachvermittlung ist die Einbindung von Sprache in Handlung (Kontextualisierung).

Das Gesagte wird durch Zeigen, Gestik und Mimik verdeutlicht. Dabei ist es auch sehr wichtig, dass die deutschsprachigen Erzieherinnen, wie auch die Eltern, der englischsprachigen Kollegin in deutscher Sprache begegnen. Nur so können die Kinder immer verfolgen, um was es in einer Unterhaltung geht und können dadurch die englischen Wörter aus dem Kontext verstehen. 

 

Im Vorschulalter ist es die Haupttätigkeit der Kinder, neue Wörter, Sätze und Redewendungen auf ihre Bedeutung zu untersuchen und zu entschlüsseln. Deshalb lernen sie eine Zweitsprache quasi „nebenbei“. Sie verwenden dabei unbewusst die Erfahrungen, die sie beim Erlernen der Muttersprache gemacht haben. Der Zugang zu einer zweiten Sprache ist bei den Kindern auf eine ganz natürliche Weise angelegt und das Sprachverständnis wird mit der bilingualen Erziehung gefördert. Bei Kindern in diesem jungen Alter wurden in der Villa Regenbogen mit diesem Konzept in den letzten Jahren sehr gute Erfahrungen gemacht.


Kleine Füchse

"Kinder, die in ihrer altersgemäßen Entwicklung weit voraus sind, brauchen besondere Unterstützung. Durch die wertschätzende Haltung der Erzieher fühlen sich alle Kinder ernst genommen in ihrer Besonderheit, machen andere neugierig durch ihren Wissensdurst und reißen sie mit. Ziel ist es die Kinder im Alltag gut zu integrieren, damit sie mit ihrer besonderen Situation in der Gemeinschaft zurechtkommen. Wir beraten die Familien der Kinder. Bei Bedarf ziehen wir die begabtenpädagogische Beratung durch die Diplompsychologen der Raule-Stiftung hinzu."

Monika Leichsenring, Leiterin der Villa Regenbogen

Seit 2008 kooperiert die Villa Regenbogen mit der Stiftung "Kleine Füchse" in Wiesbaden, die Erzieherinnen und Grundschulpädagogen fachgerecht schult und weiterbildet, damit sie Begabungen erkennen und sie innerhalb der Einrichtung begabungsgerecht fördern.

 

Drei Erzieherinnen der Villa Regenbogen haben diese Ausbildung zur "Begabtenpädagogischen Fachkraft" und eine weitere Erzieherin zur zertifizierten "Begabtenpädagogin" durchlaufen. Die Raule-Stiftung "Kleine Füchse" finanziert diese Maßnahmen. Regelmäßig nimmt eine Erzieherin der Evangelischen Kindertagesstätte Falkenstein am pädagogischen Forum der Stiftung teil, in der alle Partner-KITAs vertreten sind. Die geschulten Erzieherinnen erweitern so kontinuierlich ihr Wissen und werden über aktuelle Erkenntnisse aus Pädagogik und Psychologie informiert. Die Inhalte werden in den Teamsitzungen an alle Kolleginnen weitergegeben. 

 

Durch fachgerechte Beobachtung und Dokumentation (nach Margarete Carr) erkennen die "Begabtenpädagogischen Fachkräfte" unserer Einrichtung mit einem geschulten Blick sehr schnell, was die einzelnen Kinder brauchen und wo ihre Stärken liegen. Sie unterstützen die Kinder darin, ihre Kompetenzen und Stärken entwickeln zu können, nicht nur im intellektuellen, sondern auch im sozial emotionalen Bereich. So ist es möglich, im pädagogischen Alltag alle Angebot auf die Bedürfnisse der Kinder abzustimmen.